Von kackenden Hunden und dem ganz großen Vertrauen

Ich stehe im Wald und fühle ein ganz merkwürdiges Gefühl. Es riecht nach Erde und Moos und Holz. Neben mir mein Hund Chucky. Chucky hockt da, macht sein Geschäft und schaut mich dabei total doof an. Und dann werde ich sentimental und sage sowas wie: „Hm.“

Einfach, um meinem Gefühl Ausdruck zu verleihen. Er vertraut mir. So richtig. Verdammt, er vertraut mir so sehr, dass er sich im Wald vor mich hinhockt und mir dabei ganz tief in die Augen schaut. Hm!

Und dann wünsche ich mir, dass die Welt ein bisschen was von Chucky lernt. Denn ich will mehr Vertrauen in dieser Welt spüren. Ich will, dass Menschen das Gefühl haben, miteinander mehr vom Leben zu haben als gegeneinander. Und ich will einen Beitrag dazu leisten. Und dann erschlägt mich diese Frage:

Wie kann ich durch Design mehr Vertrauen in die Welt bringen?

Eigentlich wollte ich lernen, dem Tumult in meinem Kopf eine Bedeutung zu geben.

Ich wollte lernen zu denken. Und was macht man, wenn man denken lernen will? Studieren! Studieren? Ich habe sechs Jahre gebraucht, um einzusehen, dass das für mich nicht passt und habe dann die Uni hingeschmissen. Das hat auch was mit Vertrauen zu tun. Vertrauen in die eigenen Entscheidungen und dass ich mein Leben nach meinen Bedürfnissen gestalten darf. Heute bin ich verdammt stolz auf diesen Schritt. Denn ich habe die Chance auf eine Konzernkarriere gegen eine ganz wichtige Erkenntnis eingetauscht: Wie stark und richtig es sich anfühlt, die Schublade hinter dir zu lassen, wenn sie nicht zu dir passt.

Ich wollte mehr. Mehr beitragen, mehr machen, mehr sein. Ich wollte: Ausdruck verleihen.

Also wurde ich Mediengestalter. Und ich habe von Anfang an gespürt, dass das der richtige Weg für mich ist. Ich wollte etwas Bedeutsames erschaffen, an jedem meiner Arbeitstage. Ich wusste nur nicht, was mir dazu fehlte. Also war ich unzufrieden mit meinen Arbeiten. Am liebsten hätte ich alle meine Entwürfe verbrannt und immer wieder von vorne angefangen.

Das war kein Zustand für mich. Ich musste was ändern. Ich musste weiterkommen.

Ich musste einen Weg finden, das Wahre, das hinter jeder Marke steckt, herauszuarbeiten und für alle Menschen sichtbar zu machen.

Und dann ging mir ein Licht auf: Wenn ich in der Arbeit wahrhaftig sein wollte, dann musste ich lernen, die richtigen Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Worum geht es bei dir und deinem Unternehmen wirklich? Weil das doch der Grund ist, warum Menschen sich für Marken begeistern, oder?

Hast du dich schon mal gefragt, was Menschen von deiner Marke erwarten?

Durch diese Art Fragen zu stellen verstand ich plötzlich, was die Marken meiner Kund*innen einzigartig machte. Und ganz nebenbei verstand ich jetzt auch besser, was mir selbst wirklich wichtig war.

Und da sind wir wieder im Wald bei meinem kackenden Hund und der Frage nach unserem Miteinander:  

Denn Vertrauen entsteht da, wo Menschen dich erkennen. Erst wenn sie sehen, was dich antreibt und ausmacht, können sie einschätzen, was sie von dir erwarten dürfen.

Du fragst, was all das mit deiner Marke zu tun hat. Und die Antwort lautet natürlich: einfach alles.

Denn inklusives und strategisch klar positioniertes Design hilft Menschen, deine Marke richtig zu verstehen – und dadurch Vertrauen zu fassen.

Mehr Menschen, die verstehen und vertrauen, bedeuten auch: mehr Talente und mehr Kundschaft. Und so helfe ich Unternehmen und Einzelpersonen seit 20 Jahren dabei, so aufzutreten, dass möglichst wenige Menschen ausgegrenzt werden. Und vielleicht klingt das jetzt platt, aber: Es funktioniert. Für Marken und für viele Menschen, die sich selbst in diesen Marken sehen und sich verstanden fühlen. Da geben sich wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung direkt mal einen High Five. Kommunikation, die Menschen hilft, dich ganz klar und deutlich zu erkennen. Das ist mein Weg zu mehr Vertrauen in der Welt.

Und jetzt kommt meine große Bitte an dich:

Lass uns groß denken. Deine Marke kann wahrscheinlich mehr als sie bisher zeigt. Lass uns mutig werden. Lass uns tief reinschauen und groß raushauen. Lass uns bedeutsam sein. Vertrauen gewinnen. Und dabei viele Menschen mitnehmen.

Chucky zieht an der Leine und brummt mich an. Zeit nach Hause zu gehen. Morgen kommen wir wieder hierher und schauen uns tief in die Augen.

Let’s evolve

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